When I Grow Up
August 10, 2009
Ich könnte jetzt auf eine Lobhymne. Von mir. Auf mich. Wegen meiner Fairness, ja ja. Ist ja nun eine Menge Dreck passiert, aber ich habe mich kaum drüber ausgelassen. Und ich könnte, oh ja, ich könnte. Mache ich aber nicht. Und das ist ganz schön erwachsen von mir. Erwachsen sei an dieser Stelle auch das Stichwort.
Bis vor kurzem dachte ich aufgrund eigener Erfahrungen, man sei erwachsen, wenn man sich zum ersten Mal in seinem Leben einen neuen Toilettensitz kaufen muss. Natürlich einen wunderschönen, teuren, komfortablen und einen, den man selbstverständlich ganz alleine austauscht. Zugegeben, als ich damals daheim ausgezogen bin fühlte ich mich auch ungeheuer erwachsen, als ich erstmals für mein eigenes Toilettenpapier sorgen musste, aber nun ja.
Doch sobald ich einmal denke, meine Adoleszenz langsam überwunden zu haben, kommt eine neue Situation, die mich zumindest kurzfristig ein Gefühl von Reife entwickeln lässt. Und guess what? Diesmal hat es noch nicht einmal einen Hauch von Badezimmercontent!
Neulich kam er also, dieser Stichtag, diese schmale Grenze, die meine süße Jugend nun von meinem Erwachsensein trennte. Es war der Tag, an dem ein Exfreund (no hard feelings, though) ein Eiscafé für Verliebte suchte. Es war der Tag, an dem ich einem Exfreund eben jenes Eiscafé empfahl, in das ich mit ihm unbedingt einmal gehen wollte.
Vielleicht entspricht das nicht der allgemeinen Definition von Reife, gemessen an meinem üblichen Benehmen dürfte das jedoch das erwachsenste sein, was ich jemals getan habe. Ich ziehe meinen Hut – vor mir.
Wie immer folgen Songtexte, die ich beim Schreiben hörte. Außerdem sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Artikel zwar nach dem Song “When I Grow Up” benannt ist, allerdings weder nach dem von den Pussycat Dolls, noch nach dem von Garbage. Sondern natürlich nach dem von Fever Ray.
“what I feel for you is to be verbally left out” (Alalie Lilt – How I Learned To Disappear)
“this is a sad, sad song / about times that have gone wrong / … / you took the lead / I tried to follow / now look at us / I fucked it up” (Clara Luzia – Morning Light)
“why would I carry such a weight on my shoulders? / why am I always by your side when you’re down? / and why did I help you build a beautiful house? / and why did I break my back for you in the cold?” (the dø – on my shoulders)
Gerade wollte ich mein altes Weihrauchfass holen, in den Orient reisen um Weihrauch zu besorgen, es entzünden und über dir verteilen, da schreibst du, der Titel sei nicht an Garbage angelehnt. Na gut, spar ich mir den Weg und kümmer mich weiterhin um meine Nordkorea-Hausarbeit. Aber: Sehr reif, das mit dem Eiscafé. Das mit dem Toilettensitz aber auch irgendwie.
Ach Vögelchen.
Wenn sich Erwachsenwerden wirklich darüber definiert, das man sich Hygieneartikel kauft,wäre die Welt echt einfach und verdammt langweilig.
Erwachsenwerden ist auch immer so Hoch dahergesagt.
Mann sollte immer nur das tun was man für richtig hält und dazu stehen.
Ob das nun andere als sehr Kindisch oder sehr Erwachsen sehen, kann einem Herzlich egal sein.
Du weißt doch, der Weg des Mittelfingers ist immer noch der beste und der ehrlichste
Ich für meinen Teil bin sehr Stolz auf Dich und sehe mit Freude dabei zu, wie deine Persönlichkeit immer ein Stück mehr wächst.
Ps: Wenn Du magst werde ich besagtes Eiscafe für dich niederbrennen, dir aber im Voraus natürlich noch 2 Kugeln Weserwasser kaufen
och schade.. das von garbage is doch so toll ^^
noch erwachsener wär es vermutlich gewesen, wenn du mit einer Packung Toilettenpapier am Eiscafé vorbeigegangen wärst während der Exfreund mit neuer Flamme davor sitzt. Dabei natürlich freundlich und selbstbewusst grüßen nicht vergessen.
hmm, ich dachte an michelle shocked …
http://blip.fm/~gsnyr
ich fühle mich erwachsen, weil ich von dem album noch die lp habe …
Ich kommentier jetzt hier, egal wie alt der Blog/Eintrag ist.
Ich finde deine Zeilen so toll und ich verstehe diese Exfreundsache genau. Vielleicht sollte das bei Wikipedia als Beispiel des Erwachsenwerdens verlinkt werden. Schön.